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CANDIS_G – die ambulante Gruppentherapie für Cannabis-Konsumenten

 

Seit dem 1. Januar 2010 bietet die Jugend- und Suchtberatung LogIn in Charlottenburg ein innovatives Konzept: CANDIS_G. Die „komprimierte“ Gruppentherapie, die über einen überschaubaren Zeitraum von 10 Wochen einmal wöchentlich stattfindet, wendet sich an Cannabis-Konsumenten die mindestens 16 Jahre alt sind und in einer Gruppe von acht bis zwölf Personen zusammen mit einer Therapeutin an ihrer Sucht arbeiten möchten. Dieses Angebot ist nicht bezirklich gebunden.

CANDIS_G wurde von der Technischen Universität in Dresden entwickelt und wird vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert. Es verbindet die (auch im LogIn) erprobten Vorteile der CANDIS-Einzeltherapie mit den Effekten, die das Lernen in einer Gruppe mit sich bringt. Als da sind: das Bewusstsein nicht alleine mit dem Problem zu sein, das gegenseitige Profitieren vom Wissen der Anderen, die Gewinnung von neuen Sichtweisen u.v.m.

In der ersten Therapiesitzung werden von der Therapeutin die Wirkweisen von Cannabis im Gehirn erklärt und mögliche Wege in die Abhängigkeit aufgezeigt. Im weiteren Verlauf werden die Vor- und Nachteile der Abstinenz erläutert und in der Gruppe diskutiert. Durch gezielte Selbstbeobachtungen sollen Verhaltensänderungen geplant und durchgeführt werden. Dazu werden Fertigkeiten eingeübt, die helfen sollen, den Cannabiskonsum langfristig zu beenden. Das sind z.B. Strategien für den Umgang mit Situationen, die eine Rückfallgefahr bergen und Bewältigungstechniken, wenn das Verlangen zu konsumieren besonders stark ist.

Weitere Inhalte sind der Aufbau von Alternativverhalten und das Einholen von sozialer Unterstützung. Im Rahmen eines Problemlösetrainings lernen die Patienten schließlich, Probleme aus unterschiedlichen Lebensbereichen zu bewältigen. In einem kurzen Training zum Aufbau sozialer Kompetenzen werden mittels Rollenspielen Strategien zum Ablehnen von Cannabisangeboten eingeübt. Charakteristisch für die CANDIS-Therapie sind zum einen die spezifischen Therapieinhalte, zum anderen die klar strukturierte Anleitung zur Veränderung und Behandlung der Drogenproblematik.

Als erwünschter „Nebeneffekt“ der Therapiegruppe ergeben sich weitere soziale Kompetenzen, die erworben oder vertieft werden können, wie z.B. Kooperationsfähigkeit, Durchsetzungsvermögen, Kommunikationsfähigkeit, Teamwork, Motivationsfähigkeit sowie der Umgang mit Stresssituationen.

 


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